Was ist Country Western Dance (Quelltext aus www.scwda.ch)

Linedance (Einzeltanz):
Wird alleine ohne festen Partner in einer Gruppenformation oder in Linien hinter und nebeneinander getanzt. Die Tänze sind oft passend auf ein bekanntes Lied choreographiert. Sie bestehen aus einer vorbestehenden Schrittfolge , die sich nach 32, 48 oder 64 Schritten wiederholen. Es wird in der Mitte (Center) der Tanzfläche getanzt. Verschiedene Schwierigkeitsgrade sind angeboten und es ist für jedes Alter geeignet.

Circle Dance (Partnertanz):
Solo oder Paarweise im Kreis, es wird im Gegenuhrzeigersinn am mittleren Rand (slow lane) getanzt. Die Schrittfolge ist für jeden Tänzer fix vorgegeben.

Couple Dance (Paartanz):
Der Mann führt , die Dame folgt ihm in die vielfältigen Figuren. Die im CWD typischen Tänze sind Shuffle, Polka und Schottische. Sie haben ihren Ursprung in den früheren Volkstänzen der Einwanderer. Two Step, Waltz, Swing und Cha Cha sind bei uns in ähnlicher Form als Foxtrott, Englisch Walzer, Jive und Cha Cha Cha bekannt. Der Unterschied zu allen anderen Tanzarten besteht in der Tanzhaltung und der Figurenfolge.

Country Western Dance heute:
In der heutigen Zeit ist CWD in Europa ein weitverbreitetes Hobby, das immer mehr Anhänger findet. Tanzen ist eine ideale Möglichkeit und eine der gesündesten Formen, seinen Körper in Schwung zu halten. Regelmässige Bewegung, wie z.B. das Tanzen sind die wichtigsten Mittel zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Problemen. Alle Elemente der allgemeinen Fitness – Kraft, Bewegung, Ausdauer und Koordination – werden beim Tanzen spielerisch trainiert. Darüber hinaus fördert es die sozialen Kontakte und bedeutet Lebensbejahung, was für jede Altersgruppe wichtig ist.

Aufteilung der Tanzfläche:
Die Tanzfläche müssen sich alle Tänzer teilen. Ob Standard-Tänzer, Paartänzer, oder Line Dancers, jeder benötigt ein bisschen Platz zum Tanzen. Um Kollisionen und Revierkämpfe zu vermeiden, sollte man sich an folgende Regeln halten:

 

     



Country- und Westerntanz

Unter dem Begriff Country- und Westerntanz werden Tanzarten bzw. Tänze zusammengefasst, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) haben oder dort wesentlich geprägt wurden. Die Merkmale dieser Tanzarten wurden sowohl von lokalen Gegebenheiten als auch von den Umständen in ihrer Entstehungszeit beeinflusst.


Angaben von Wikipedia stand 2019: 

  • Line Dance (Solo-Tanz mit fester Choreographie, mit reihenhafter Tanzordnung auf der Fläche)
  • Partnertanz (paarweises Tanzen mit Choreographie oder einem Ansager, arrangiert als Gruppen von Paaren)
  • Paartanz (frei geführtes Tanzen)
  • Round Dance
  • Square Dance, vertreten vor allem durch Modern American Square Dance
  • Clogging


Line Dance

Linedancer aus verschiedenen Gruppen (2009)

Line Dance ist eine choreografierte Tanzform, bei der einzelne Tänzer unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit in Reihen und Linien vor- und nebeneinander tanzen. Die Tänze sind passend zur Musik choreografiert, die meist aus den Kategorien Country und Pop stammt.





Geschichte

Die ursprüngliche Form des Tanzes ist – wie die Entwicklung des Volkstanzes in vielen Kulturen zeigt – der Gruppentanz. Line Dance ist konzeptionell ein Gruppentanz, auch wenn Soli möglich sind. Er wird deshalb häufig als eine moderne Ausprägung des ursprünglichen Gruppentanzes gesehen. Damit bildet der heutige Line Dance (nicht zu verwechseln mit anderen historischen Linien-Tanz-Arten) das Gegenstück zu allen traditionellen und modernen Formen des Paartanzes.

Der Line Dance entwickelte sich gemäß den gesicherten Berichten im Laufe des 20. Jahrhunderts hauptsächlich in den USA, teilweise aus dem Showtanz. Die amerikanische Fernsehsendung American Band Stand(1952 bis 1989) hatte bereits im ersten Jahr 1952 eine wöchentliche Rubrik, in der die jeweils neuesten Line Dances vorgestellt wurden. Der Beitrag von Line Dance zur damaligen Tanzkultur in Clubs und Tanzlokalen war eine Ergänzung zum vorherrschenden Paartanz. In Europa, bedingt durch die Nachkriegsordnung des Zweiten Weltkriegs und der verbreiteten Meinung, dass insbesondere die amerikanische Musik besonders modern sei, wurde auch Line Dance, etwa ab den 1960er Jahren, in Diskotheken öffentlich praktiziert. Einer der bekanntesten noch heute getanzten Line Dances, der Electric Slide – auch als Freestyle bekannt, wurde 1976 von Ric Silver zu der Eröffnung der Discothek Vamps am Broadway in New York City choreografiert. Zusätzliche öffentliche Beachtung erhielt Line Dance unter anderem durch eine szenische Darstellung im erfolgreichen Tanz-Film Saturday Night Fever mit John Travolta aus dem Jahr 1977, der die Tanzclub- und Disco-Szene im New Yorker Stadtteil Brooklyn als Rahmen aufgreift.

Schließlich wurde der Line Dance von der US-Country-Industrie als ergänzendes Marketing-Instrument aufgegriffen. Diese kombinierte ihn mit ihrer Musik und bestimmte damit dessen primäre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit für mehrere Jahrzehnte. Das führte unter anderem zur Zuordnung von Line Dance zur Kategorie Country & Westerntanz. Als Meilenstein zur endgültigen amerikanischen und weltweiten Verbreitung gilt der Musik-Titel Achy Breaky Heart in der 1992er Interpretation des US-Musikers Billy Ray Cyrus, dem mehrere sehr bekannte und beliebte Line Dances choreografisch und faktisch durch die Tanzpraxis zugeordnet sind.

Zwischenzeitlich hat sich Line Dance in Art und Umfang zu einer eigenständigen, mehr als nur abendfüllenden Tanzart entwickelt. Das verwendete Musikspektrum besteht weiterhin aus Pop- und Disco- und Country-Stücken, jedoch sind viele andere tanzbare Gernes dazu gekommen, so etwa Rock, Klassik und die zahlreichen Arten regionaler Musik, so dass im Endeffekt keine wirkliche musikalische Begrenzung mehr möglich ist. In Deutschland ist Line Dance als Freizeitsport seit 2002 anerkannt. Im Rahmen des Deutschen Tanzsportabzeichens (DTSA) gibt es eine eigene Prüfung für Line Dance.

Choreografie

Meist hat ein Autor eine Choreografie speziell für genau eine Interpretation eines Musiktitels entwickelt. Oft werden für die fixierten Schrittfolgen noch weitere, alternative Musiktitel angegeben. Die Fixierung von Choreografien erfolgt per Schrittbeschreibung (häufig auch engl. Step sheet). Immer noch sehr häufig wird Country-Musik, oft von modernen Interpreten wie Shania Twain oder Keith Urban verwendet. Auch werden Choreografien zu aktuellen Popsongs oder Rock-’n’-Roll-Oldies verfasst. Das Tempo der gewählten Musik und damit der verfügbaren Choreografien umfasst ein breites Spektrum. Es wird meist angegeben, an welchen Kenntnis- und Fähigkeitsstand der Tänzer sich die jeweilige Choreografie richtet.

Die Choreografien tragen Namen wie beispielsweise Bread and Butter, Electric Slide oder Just a Kiss. Während Anfänger mit einem Repertoire von etwa 10 bis 20 Tänzen zu fast jeder Musik passende Schrittfolgen finden können, beherrschen Fortgeschrittene oft hundert oder mehr Tänze. Die einzelnen Tänze lassen sich nach ihrer Verwandtschaft zu anderen Tanzstilen in Gruppen kategorisieren. Es finden sich dabei Begriffe wie Walzer, Cha-Cha-Cha, Rumba, Polka und viele weitere Klassen und Bezeichnungen des Paartanzes wieder. Mittels Oberbegriffen wird eine Zuordnung zu den jeweiligen Musikrichtungen und Rhythmen vorgenommen:

  • Rise & Fall: Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Slow Foxtrott, Quickstep
  • Smooth: Tango, Hustle, Two Step, West Coast Swing, Paso Doble
  • Cuban: Cha Cha Cha, Mambo, Rumba, Merengue, Samba, Salsa, Bachata
  • Lilt: East Coast Swing, Jive, Polka,

Um den zur Verfügung stehenden Platz auf Veranstaltungen nicht zu sehr zu beanspruchen, wurde aufbauend auf den schon länger existierenden Tanzordnungen der Tanzflächen bei Standard und Latein eine Aufteilung entwickelt, die auch Line Dance einschließt.

Aufbau

Die Schrittfolgen einer Choreographie wiederholen typisch nach einem Vielfachen von 8 Schritten. Häufig sind es 32, 48 oder 64 Schritte. Andere Schrittzahlen sind möglich und werden auch benutzt. Diese werden häufig durch Zwischenschritte (Synkopen) ergänzt, die z. B. auf & (z. B. Shuffle/Chassé) bzw. auf a (vgl. Samba Rhythmen) in der tatsächlichen effektiven Länge gesteigert werden. Je nach Anzahl und Abfolge der im Tanz enthaltenen Drehungen können die Tänzer nach Ende der Schrittfolge in eine andere Richtung (zur Wand, englisch: Wall) blicken. Man spricht daher von 1-Wall-, 2-Wall- oder von 4-Wall-Tänzen. Vereinzelt werden auf den niedergeschriebenen Choreographien sogar die beiden möglichen Drehrichtungen, wie durch die Wände-Definition erreicht, vermerkt – das sind "im Uhrzeigersinn" (engl. clockwise, CW) und gegen den Uhrzeigersinn (engl. counter clockwise, CCW).

Es gibt Tänze, die als phrased bezeichnet werden und die sich durch eine Aneinanderreihung von Einzelsequenzen darstellen. Hierbei werden mehrere Passagen so kombiniert, dass sie dem Musikstück weitestgehend angeglichen sind. Kleinere Abweichungen von einem Standard-Muster werden dagegen als restart (Abbruch der Sequenz mit Neustart) oder tag/Brücke (spezielle Überleitung mit wenigen Takten) bezeichnet; weiterhin gibt es Initial- und Final-Sequenzen, die allesamt nur mit einer speziellen Interpretation des entsprechenden Musikstücks sinnvoll zu kombinieren sind.

Als Variationen (engl. Variations) werden Erweiterungen des Grundmusters einer bestehenden Choreographie bezeichnet. Sie können versehentlich zustande kommen, spontan entdeckt werden oder auch selbst choreographiert sein. Dabei ist es (mit Ausnahme von Solos) wichtig, dass die Laufrichtung des Tanzes erhalten bleibt und der Freiraum der Tanznachbarn nicht über Gebühr beeinträchtigt wird. So ist es z. B. möglich, aus zwei geraden Schritten nach vorne eine progressive ganze Drehung mit zwei Schritten zu machen. Sehr viele Variationen lassen insbesondere die in einfachen Choreografien meist nicht oder nur sehr vereinzelt angegebenen Armbewegungen zu. Anlehnung an die bei den Paartanzarten bemühten Bewegungen sind möglich, genauso wie die Wahl von Posen für Halte-Schritte und das Finale. In fortgeschrittenen Stufen des Turnier-Tanzes sind Variationen meist nicht nur erlaubt, sondern sogar ein ganz wichtiges weiteres Wertungselement, weil hiermit die individuelle Kreativität im Vorfeld durch die Auswahl sowie die Fähigkeit zur gefälligen Umsetzung mit Geist und Körper durch den Tänzer bewertet werden kann. Auf freien Tanzveranstaltungen zu Konserven- oder Live-Musik sind Variationen ebenso anzutreffen, sofern im Sinne der Sicherheit die Abstände zwischen den Tänzern für die zusätzlichen Bewegungen groß genug sind und im Sinne der Etikette keine anderen Tänzer beständig aus ihrer Konzentration gebracht werden.

Dancefloor-Etiquette

Aufteilung für Standardtänzer, Line Dancer und Couple Dancer

Die Dancefloor-Etiquette (auch: Line-Dance-Etikette) regelt als sogenannter „Knigge des Tanzbodens“ insbesondere die zeitgleiche Ausführung verschiedener Tanzstile auf demselben Tanzboden zur selben Musik. Dabei bewegen sich mobile Paartänzer auf zwei Kreisbahnen gegen den Uhrzeigersinn um die nicht so mobilen Line Dancer und andere mehr auf der Stelle tanzenden Paartänzer herum. Neben den Platzierungsfragen hält die Dancefloor-Etiquette auch das Verhalten neben der Tanzfläche fest.

Kleidung

Bei Tanzveranstaltungen gibt es keine Kleiderordnung. Sofern eine bestimmte Musikrichtung vorgegeben ist, wählen viele Tänzer passende Accessoires. Die Bekleidungsrichtlinien für Meisterschaften finden sich in ihren Regelwerken.

Turniertänzer wählen oft aufwändige Tanzkleidung, wie sie in ähnlicher Form im Bereich der Standard- und Lateintänze zu finden ist. In der Turnierkategorie „Funky-Tanz“ werden gerne dem Hip-Hop und verwandten Stilen zugehörige Kleidung gewählt. Bei Country-Musik gehören oft Stiefel, Gürtel mit dekorativer Schnalle, Bolotie und Cowboyhut dazu.

Internationalität

Beim Line Dance können Personen, die sich nicht kennen und möglicherweise keine gemeinsame Sprache sprechen, miteinander tanzen. Als das grundsätzliche Verbreitungsgebiet gilt der Süden und der mittlere Westen der USA. Heute finden sich auch in europäischen Ländern wie Deutschland, England, den Niederlanden und Österreich sowie in Ostasien zahlreiche Anhänger in lokalen und nationalen Organisationen.


Weltrekorde

Zahlenmäßige Weltrekorde sind:

  • Redwood City, Kalifornien, 4. Juli 1994, Cowgirls Twist mit mehr als 3.700 Tänzern
  • Tamworth (Australien), 1997 bis 2002, Boot Scootin' Boogie mit bis zu 6.700 Tänzern
  • Singapur, 1. Mai 2002, Singapore Swing mit rund 12.000 Tänzern
  • Hongkong, 29. Dezember 2002, Baby Likes To Rock It mit ebenfalls rund 12.000 Tänzern

Meisterschaften

Vor allem die größeren Line-Dance-Meisterschaften werden meistens im Kontext von Meisterschaften für Country- und Westerntanz abgehalten. Die Teilnehmer in den diversen Disziplinen des Line Dance stellen dabei häufig das Gros der antretenden Tänzer dar. Meisterschaften werden von drei großen internationalen Organisationen veranstaltet. Die UCWDC (United Country Western Dance Council), gegründet 1989 in den USA,[1]organisiert Turniere in Line- und Couple-Dance in den USA und Europa. 2002 entstanden die Masters in Line (MIL), die hauptsächlich in Europa, aber mittlerweile auch in Afrika, Nordamerika und Asien Turniere und Social-Dance-Events ausrichten. Die neueste Organisation nennt sich World Country Dance Federation (WCDF) und veranstaltet Meisterschaften in Europa. Alle drei richten neben lokalen und nationalen Turnieren auch Weltmeisterschaften aus. Bei den nationalen Turnieren werden teilweise auch nationale Meister für die jeweilige Turnierserie in den einzelnen Wertungskategorien gekürt. Die Deutsche Meisterschaft wird vom Bundesverband für Country- und Westerntanz (BfCW) als dem zuständigen Fachverband mit besonderer Aufgabenstellung des DTV ausgerichtet.

Literatur

Lehrbücher

  • NTA-Dance-Fundamentals-Referenzhandbuch (Englisch, fasst Grundlagen von Tanztechnik zusammen)
  • Astrid Kaeswurm: Von Anchor Step bis Weave: das Handbuch für Line Dancer. 3. Auflage. Piding, 2016.

Periodika

  • Living Linedance – deutsche Zeitschrift
  • Linedancer Magazine – englische Zeitschrift
  • NTA-Mitgliederblatt (Englisch, interne Publikation der NTA, enthält jeweils mehrere Artikel im Umfang einer A4-Seite über Tanztechnik für Trainer)
  • „Rosenbriefe“ (Deutsch, private Lehrbriefe und Neuigkeiten für den süddeutschen Raum von Rose Grimmer, um ca. 2000, heute eingestellt

Paartanz





Ein Paartanz ist ein Tanz, der von zwei Personen gemeinsam getanzt wird. Im Gegensatz zum Einzel- und Gruppentanz findet hier ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen zwei Personen statt. In der Regel ist der Herr ein Mann und die Dame eine Frau, aber sowohl die umgekehrte Rollenverteilung als auch gleichgeschlechtliche Paare sind möglich, allerdings nicht von allen Tanzverbänden zugelassen.

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Antoinette Meier und Roland Hofele

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein harmonisches Zusammenspiel zweier Tänzer zu erreichen: Durch das vorherige Einstudieren einer festen Choreografie mit Führung oder nur durch Führung oder durch reine Improvisation in freien Tänzen, bei denen sich die Partner ohne Kontakt gegenüberstehen. Unter Führung versteht man, dass der Führende (engl.Leader) dem Geführten (engl. Follower) durch körperliche Signale und zeitlich präzise Führungsimpulse mitteilt, welche Bewegung oder Tanzfigur als nächstes folgt. Im modernen Gesellschaftstanz führt in der Regel der Herr, während die Dame geführt wird; diese Vereinbarung trifft nur bei speziellen Figuren nicht zu.

Beispiele für Paartänze sind die Lateinamerikanischen Tänze (Cha-Cha-Cha, Samba, Rumba, Jive und Paso Doble), die Standardtänze (Wiener Walzer, Langsamer Walzer, Quickstep, Tango und Slowfox), die meisten Swing-Tänze (Lindy Hop, Balboa, Shag und Boogie-Woogie, West Coast Swing) sowie Discofox, Foxtrott, Rock ’n’ Roll, Tango Argentino und Salsa.

Tanzhaltung

In den meisten Paartänzen gibt es eine oder mehrere typische Paartanzhaltung. Hier kann man oft unterscheiden zwischen einer „offenen“ Tanzhaltung, bei der nur eine oder beide Hände gefasst werden und einer „geschlossenen“ Tanzhaltung, bei der typischerweise der rechte Arm des Herrn um den Rücken der Dame gelegt wird. Auf diesen „Rahmen“ kann dann die Dame ihren Arm ablegen, so dass ihre linke Hand zwischen Schulter und Ellenbogen des Herrn ruht. Die linke Hand des Herrn hält dabei meist die rechte Hand der Dame. In manchen Tänzen wie beispielsweise Balboa und Shag gibt es auch Tanzhaltungen, bei denen sich die Oberkörper leicht berühren. Auch im Blues wird oft so eng getanzt.




Round Dance

Round Dance ist eine ursprünglich amerikanische Form des Gesellschaftstanzes, ein Paartanz, bei dem die Tanzpaare zu den Schrittansagen des Tanzleiters (Cuer, Leader) zeitgleich am Rande der Tanzfläche entlang die Tanzschritte ausführen. Die dabei entstehende Form sieht, je nach Tanzfläche, bis zu kreisförmig aus. Daher kommt der Begriff „Round“.

Round Dance ist choreografierter Gesellschaftstanz.

Der Cuer sagt die Tanzschritte, die er von dem Blatt mit der vorgegebenen Choreografie (Cuesheet) abliest, kurz vor der Ausführung in die Musik hinein an; ähnlich wie im Square Dance der Caller. Der Cuer eines Clubs ist normalerweise auch gleichzeitig der Lehrer, der den Tänzern neue Schritte und Figuren zeigt und erklärt.

Round Dance wird weltweit in vielen Square- und Round-Dance-Clubs getanzt; auch auf den zahlreichen Tanzveranstaltungen, Specials und Jamborees, werden Square- und Round-Dance oft gemeinsam in einem Programm angeboten.

Beim Round Dance gibt es viele verschiedene Rhythmen: Bolero, Cha Cha, Foxtrot, Jive, Mambo, Merengue, Paso Doble, Quickstep, Rumba, Samba, Slow Two Step, Tango, Two Step, Waltz, West Coast Swing und noch einige mehr. Die einzelnen Tanzschritte und Figuren sind durch die internationale Dachorganisation ROUNDALAB je nach Schwierigkeitsgrad in die Phasen I bis VI eingeteilt.

Erste Schritte

Die Tänzer lernen zunächst in einem Kurs, der sog. Round Dance Class, einen Grundstock von Figuren, normalerweise beginnend mit Two Step, Waltz, Cha Cha und Rumba. Nach etwa einem Jahr wird der Kurs mit der Graduation abgeschlossen und die Tänzer sind jetzt berechtigt, in Clubs einzutreten und weltweit an entsprechenden Tanzveranstaltungen teilzunehmen.

Square Dance

Internationales Square-Dance-Symbol

Square Dance ist ein Volkstanz, der in den USA entstanden ist. Die verschiedenen Tanzfiguren, die im Square Dance benutzt werden, basieren auf traditionellen Volkstänzen der verschiedenen Völker, die in die USA eingewandert sind. Einige dieser Tänze sind Morris Dance, English Country Dance und die Quadrille. Square Dance wird in aller Welt getanzt; nach Deutschland kam er durch die amerikanische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Square Dance wird in Gruppen zu je vier Paaren getanzt, die zu Beginn auf den vier Seiten eines Quadrats (Englisch Square) stehen. Die Figurenfolgen werden durch Ansagen (Calls) eines Callers in gesprochener oder gesungener Form angegeben. Diese Calls sind weltweit normiert – so kann ein Tänzer aus Deutschland jederzeit ohne Schwierigkeiten zusammen mit Tänzern aus anderen Ländern tanzen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1Unterschiedliche Arten von Square Dance
  • 2Verbreitung
  • 3Verwandte Tanzarten
  • 4Weblinks

Unterschiedliche Arten von Square Dance

Square-Dance-Gruppe

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Square Dance:

  • Traditional Square Dance
  • Western Square Dance auch „Modern Western Square Dance“ oder „Modern American Square Dance“ genannt. Diese moderne Form des Square Dance wird weltweit getanzt und ist auch der offizielle Volkstanz der meisten Bundesstaaten der USA.

Während es beim traditionellen Square Dance fest vorgegebene Choreographien gibt, ist die Reihenfolge der Figuren beim modernen Square Dance mehr oder weniger spontan, einzig und allein der Caller weiß, welche Figur als Nächstes getanzt wird. Je nach choreographischer Technik werden vorbereitete Figurenkombinationen benutzt oder spontan entschieden, welche Figur den erwünschten Effekt hat.

Die Musik der beiden Formen unterscheidet sich ebenfalls. Im traditionellen Square Dance ist die Musik traditionelle Country-Dance-Musik: überwiegend irische und schottische Jigs und Reels sowie Volksmusik aus Québec oder Cape Breton (Kanada), England, Schottland und anderen Ländern. Die Musik wird fast immer von einer traditionellen Tanzmusikband gespielt. Im Western Square Dance ist die Musik eine Mischung vieler Musikarten, von Pop bis zur traditionellen sowie modernen Country-Musik, Musicalmusik, Schlager usw. Die Musik wird nur selten von einer Band gespielt, sondern ist aufgezeichnet, und der Caller callt live dazu.

Der traditionelle und der moderne Western Square Dance haben eine Anzahl von Calls gemeinsam, aber es gibt kleine Unterschiede bezüglich der Ausführung:

Beispiel: Der Allemande Left wird traditionsgemäß durchgeführt, indem man sich mit einem anderen Tänzer die linke Hand gibt, sich leicht zurücklehnt und um den zentralen Punkt der gefassten Hände herumgeht. Beim Western Square Dance wird der Griff so geändert, dass jeweils der linke Unterarm des anderen Tänzers gegriffen und sich nicht zurückgelehnt wird. Diese Änderung macht es einfacher, die Figur zu tanzen und in eine lange Sequenz von Calls einzubinden.

Verbreitung

Der traditionelle Square Dance wird heute nur noch vereinzelt getanzt. Der Modern American Square Dance erlebte dagegen seit den 90er-Jahren einen regelrechten Boom. Neben den USA und Kanada, wo der Tanz seine Wurzeln hatte und daher traditionell sehr stark vertreten war, breitete er sich auch in einigen außeramerikanischen Ländern stark aus. In Europa sind dies insbesondere Schweden, Dänemark, England, Deutschland und Tschechien. Außerhalb von Europa sind Australien und Japan zu nennen.

Verwandte Tanzarten

  • Round Dance ist eine amerikanische Form des Gesellschaftstanz, bei dem ebenfalls die Figuren angesagt werden; der Ansager wird hier als Cuer bezeichnet. Er wird paarweise auf einer großen Kreisbahn getanzt. Figuren und Rhythmen sind aus Walzer, Rumba, Paso Doble usw. bekannt.
  • Clogging ist eine Variation des Stepptanzes. Es wird einzeln oder in Formationen getanzt.
  • Contra Dance ähnelt dem traditionellen Square Dance; die Tanzpaare bilden jedoch kein Quadrat, sondern zwei lange Reihen mit mehr als vier Paaren, die sich gegenüberstehen. Der Ansager heißt hier Prompter.
  • Line Dance wird von einzelnen Personen getanzt, die alle die gleiche Blickrichtung haben. Typisch ist hier die Limitierung auf Country-Musik.

Square Dancer tanzen oft auch Round Dance, Clogging oder Contra Dance. Auf Square-Dance-Veranstaltungen, sogenannten Specials, werden häufig Square- und Round-Dance-Tips im Wechsel angeboten. Auf noch größeren Veranstaltungen wie Festivals und Jamborees werden oft Square Dance, Round Dance und Clogging und manchmal auch Contra Dance parallel angeboten.


Clogging

Clogging ist ein nordamerikanischer Stepptanz, der sich aus verschiedenen europäischen Volkstanzformen entwickelt hat.

Diese Tanzart wurde ursprünglich auch als Flat-footing, Foot-stomping, Buck dancing, Jigging oder mit anderen lokalen Ausdrücken bezeichnet. Allen Varianten gemeinsam ist die Betonung des ganzen Taktschlags der Musik (downbeat) durch ausgeprägte Fußarbeit.

Clogging unterscheidet sich vom „normalen“ Stepptanz durch besondere Platten an den Schuhen (so genannte Jingle-Taps). Die Cloggingtaps besitzen neben den beiden festen Metallplatten an Ferse und Fußspitze zwei weitere, locker damit verbundene Platten. Dadurch entsteht schon ein Geräusch, wenn man den Fuß nur in der Luft bewegt, ohne den Boden zu berühren.

Aus der Tradition heraus ist Clogging eher kein Show-, sondern ein Volkstanz, wie bei den meisten Siedlertänzen. Allerdings haben mittlerweile viele moderne Tanzarten das Clogging beeinflusst, so dass neben der traditionellen Country-/Bluegrass-Musik gerne zu moderner Popmusik getanzt wird und auch Elemente von Jazz und Hip Hop in heutigen Choreographien zu finden sind. Sehr beliebt ist auch eine stärkere Betonung zum Irish Dance in Bezug auf Musikauswahl und Tanzstil.

In Europa sind viele Clogging-Gruppen traditionell an Square-Dance-Vereine angegliedert, doch sind sie mittlerweile auch häufig in Turnvereinen und Tanzschulen zu finden.


Gruppentanz

(Weitergeleitet von Partnertanz)

Ein Gruppentanz ist ein Tanz, der von drei oder mehr Personen gemeinsam getanzt wird. Dabei können sowohl gleichgeschlechtliche als auch gemischte Gruppen von Einzelpersonen, sowie Gruppen von Tanzpaaren (Partnertanz) gemeint sein. Dabei findet ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen mehreren Personen statt. Dies steht im Kontrast zu den Konzepten des Einzel- und Paartanzes.

Beispiele für Gruppentänze sind Salsa Rueda, Sirtaki oder Square Dance sowie alle Arten des Formationstanzes wie Jazz Dance, Stepptanz oder Standard-, Latein- und Rock-’n’-Roll-Formationen. Auch im Volkstanz gibt es etliche Gruppentänze, wie beispielsweise Set Dance oder die norddeutschen bunten Tänze.

Im Gegensatz hierzu ist Line Dance kein Gruppentanz, da die Interpretation der Musik den Einzeltänzern jeweils selbst überlassen bleibt. Dennoch wird gerne in Gruppen getanzt, wobei dafür eine Choreographie die Basis bildet, die aber in gewissen Grenzen variiert werden kann. Wegen der Möglichkeit, die Tänzer, z. B. für Vorführungen, in eine Gruppen-Choreographie einzubinden, wird gelegentlich der nicht ganz zutreffende Eindruck erweckt, es wäre ein reiner Gruppentanz.

Gesundheit Allgemein

Tanzen macht intelligenter

Die Wirksamkeit von Tanzen auf den Punkt gebracht. Richard Powers fasst aus verschiedenen Studien Erkenntnisse über die aussergewöhnliche, positive Wirkung auf die kognitive Leistungsfähigkeit durch Tanzen zusammen. Er kennt sich damit aus! Richard Powers unterrichtet seit über 40 Jahren an der Stanford University’s Dance Division “historic and contemporary social dance”. Lesen Sie weiter oder gehen Sie tanzen!

Tanzen macht fit und froh

Kundenmagazin Feelgood's news 05/2015: Tanzen ist eine Bewegungsform für jedes Alter, mit positiven Auswirkungen sowohl auf den Körper als auch auf Geist und Seele.

Der Chiropraktiker empfiehlt Tanzen

Gibt es einen Sport, der so viel Spass macht wie tanzen? Tanzen verknüpft also den Sport und das Vergnügen optimal miteinander - manch einer, der nicht zu haben ist für sportliche Aktivitäten, ist mit Begeisterung beim Tanzen mit dabei.

Tanzen gegen Stress

Tango ist gut für die Gesundheit. Eine kolumbianische Wissenschaftlerin fand heraus, dass sich der Tanz positiv auf die Gesundheit und Sexualität des Tänzers auswirkt.

Tanzen macht gesund und glücklich

Tanzen macht gesund und glücklich

Tanz ist die älteste Form, in der der Körper das Ausdrucksmittel ist. Aber tanzen ist nicht nur Kommunikation, sondern hat einen wesentlichen Einfluss auf den Körper und auch auf die Psyche. Es macht nicht nur fit und glücklich, sondern auch sexy.

Ist Tanzen gesund?

Tanzen birgt verschiedene Aspekte hinsichtlich Gesundheit. Wer tanzt, schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Nicht nur die Muskulatur der Beine, des Rückens sowie der Arm- und Schultermuskeln wird aktiviert, sondern auch die Feinmotorik wird geschult. Der Körper wird beweglicher und das Körpergefühl bessert sich. Dies wirkt sich positiv auf die Körperhaltung aus, denn in unserem Zeitalter der vorwiegend sitzenden Tätigkeiten ist es immer wichtiger, für die nötige Bewegung zu sorgen, um nicht krank zu werden. Durch Tanzen werden Fehlhaltungen korrigiert, Verspannungen lösen sich, Rücken- oder Nackenschmerzen werden buchstäglich “weggetanzt”, was einen großen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden hat. Schmerzen können erst gar nicht aufkommen, denn die Muskeln werden gelockert. Die Konzentration auf die Musik und Körperbewegung befreien den Kopf und das Gehirn wird trainiert. Es wird zudem besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, was seine Funktion verbessert. Außerdem werden der Orientierungssinn und das Gleichgewicht geschult. Der Kreislauf wird in Schwung gebracht und das Immunsystem gestärkt. Tanzen ist übrigens auch für Senioren geeignet, denn es belastet nicht die Knochen und hält das Gehirn fit. Koordination, Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Konzentration sind die Grundelemente beim Tanzen, auf die es ankommt.

Ein wesentlicher Aspekt des Tanzens ist die Körperwahrnehmung und Körpererfahrung. Man erlebt sich selbst in der Gruppe, in Bezug zum Tanzpartner und der Zusammenhang zwischen Atmung und Bewegung wird bewusst. Aber Tanzen wirkt nicht nur auf den Körper, sondern beeinflusst auch den Geist positiv. Körper und Geist werden in Einklang gebracht. Seelische Spannungen lösen sich, Stress wird abgebaut, da weniger Stresshormone ausgeschüttet werden, und das Selbstbewusstsein wird aufgebaut beim Dahingleiten auf dem Parkett zu rhythmischer Musik. Welche positive Wirkung Tanzen auf die Psyche hat, muss jeder selbst erfahren.

Gehirntraining und Tanzen

Tanzen Sie gerne? Und tun Sie es ziemlich oft und regelmäßig? Dann gratuliere ich Ihnen!

Denn die moderne Neurowissenschaft hat herausgefunden, dass Tanzen eines der besten Trainingsmittel für das Gehirn ist. Es regt Ihr Gehirn optimal an und hält es bis ins hohe Alter beweglich und geistig fit. Studien haben gezeigt, dass sogar Altersdemenz und Alzheimer gelindert und hinausgezögert werden können.

Doch auch wenn Sie ein "Tanzmuffel" sind oder keine Gelegenheit dazu haben, gibt es viele körperliche Aktivitäten, die geeignet sind, Ihr Gehirn zu trainieren und fit zu halten.

Dazu gehören Ausdauersportarten wie Jogging, Schwimmen, Radfahren, Wandern usw. Sie stimulieren das Gehirn zwar nicht so effektiv wie Tanzen. Aber die regelmäßige Bewegung, möglichst an der frischen Luft, hält nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihren Geist fit. Aber Vorsicht: Es geht hier nicht um Höchstleistungen oder Rekorde! Es genügt, wenn Sie sich regelmäßig und vor allem mit Freude bewegen.

Durch diese Betätigung und die Freude daran, werden nämlich Glückshormone ausgeschüttet, die einerseits Ihre Seele fröhlicher stimmen und andrerseits das Gehirn "beglücken". Und wenn Sie diese Tätigkeiten in einer Gruppe ausüben, haben Sie noch den schönen Nebeneffekt, dass Sie sich regelmäßig mit Gleichgesinnten austauschen und die Gruppendynamik nutzen, um sich leichter aufzuraffen und durchzuhalten, was wiederum Ihr Gehirn Ihnen danken wird.

Anti-Aging mit viel Schwung

Tanzen kann im Körper viel bewirken, uns beweglicher, flexibler, glücklicher und sogar klüger machen

 

Gesundheit für Kinder

Kids tanzen sich fit

Gäbe es eine PISA-Studie über körperliche Aktivitäten und Fähigkeiten von Kindern, das Ergebnis
wäre wohl eine Katastrophe. Kinder heute irgendwo zwischen gestressten Eltern, überforderten
Lehrern und den Lockrufen der Konsum- und Unterhaltungsindustrie. Oft sich selbst und den
Medien überlassen. Durch mediale Berieselung passiv bis zur Bewegungsunfähigkeit. Oder
hyperaktiv und konzentrationsgestört. Kommt dazu noch eine kalorienreiche Fast-Food-Diät, ist
der Weg zum fettleibigen Jugendlichen samt typischen körperlichen Beschwerden programmiert.
Mit negativen Folgen bis ins Erwachsenenalter.
Darum werben wir dafür, das Kinder und Jugendliche sich sportlich Bewegen. Dies können Sie in
erster Linie in einem Sportverein. Dort stehen Ihnen erfahrene Übungsleiter/innen zur Seite. Dort
lernen Sie den sozialen Umgang mit anderen Menschen und Kulturen kennen.
Also komm auch DU und zeige was in dir steckt, wir freuen uns schon auf dich

 

Gesundheit für Senioren

Tanztraining spielt wichtige Rolle in der Sturzprävention bei Senioren. 
Foxtrott statt Botox

Tanzen als Prävention Ein schönes Beispiel aus der Präventionsforschung kann dies verdeutlichen. Bekanntlich nimmt die Gefahr von Stürzen mit oft gravierenden Folgen für die Funktionsfähigkeit mit dem Alter zu. Patricia McKinley von der McGill-Universität, Montreal, suchte vor einigen Jahren nach einer Alternative zu den gängigen Sturzpräventionsmassnahmen. Sie arbeitete mit allein lebenden Seniorinnen und Senioren im Alter von 62 bis 90 Jahren, die im Jahr zuvor schwer gefallen waren und nun Angst vor weiteren Stürzen hatten. Statt sie stundenlang auf dem Laufband zu quälen, bot sie ihnen zweimal in der Woche je zwei Stunden Tanzunterricht bei einem Tanzlehrer. Vor Beginn und nach Ende des zehnwöchigen Versuchs absolvierten die Senioren eine Reihe schwieriger Tests für Gedächtnis, Balance und Beweglichkeit. Beispielsweise mussten die Teilnehmer möglichst lange auf einem Bein stehen, sich auf engem Raum drehen oder im Laufen das Alphabet aufsagen und bei jedem Schritt einen Buchstaben überspringen. Es zeigte sich, dass die Tänzer gegenüber einer Vergleichsgruppe sowohl Balance und Körperhaltung als auch Bewegungskoordination stärker verbessert hatten. «Die Angst, einen weiteren Sturz zu erleiden, war einem neuen Selbstvertrauen gewichen», so McKinley. Besonders verblüffend war jedoch, dass die Seniorinnen und Senioren nicht genug vom Tanzen bekommen konnten. McKinley: «Erst kamen die Leute im Trainingsanzug, später kamen die Herren in eleganterer Aufmachung und die Damen begannen, sich zu schminken und Schmuck anzulegen». Die meisten hätten weitere Tanzstunden sogar aus der eigenen Tasche bezahlt.


Menschen mit Demenz zum Tanzen bewegen

Besonders Menschen mit Demenz müsse man emotional ansprechen, empfiehlt Diplom-Sozialarbeiter Kleinstück. Genau das werde mit alten beliebten Tanzmelodien, die tief im Altgedächtnis abgespeichert sind, möglich. "Die Musik spricht Gefühle an, weckt Erinnerungen…"

Tanzen für den älteren Menschen – eine unterschätzte Prävention

Viele Studien haben inzwischen gezeigt, dass geistiges und körperliches Training eine der besten Vorsorgemaßnahmen für ein gesundes Alter sind. Prof. Dr. med. Ingo Füsgen, Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie an der Universität Witten/Herdecke sagt Ihnen warum das Tanzen im Alter besonders wichtig ist. Beim körperlichen Training werden gerne Schwimmen, Radfahren, Joggen, Walking empfohlen. Nicht jeder Ältere aber kann sich für eine solche körperliche Aktivität entscheiden. Völlig vergessen wird dabei das Tanzen. Bereits 1977 wies Dr. Brügmann in einem Artikel darauf hin, dass Tanzen die charmanteste Art für den Älteren ist, leichte Gymnastik zu treiben. Die Grundformen: Gehen, Federn, Laufen und Schwingen sind in nahezu idealer Weise im Tanzen enthalten, außerdem gute Haltungsschulung, Muskeltraining, Stärkung von Herz und Kreislauf. Tanzen macht außerdem Spaß und man vergisst dabei, dass man etwas für die Gesundheit tut. Tanz lässt die körperliche Übung nicht als Anstrengung empfinden. Er trainiert unmerklich.

In der Sportmedizin hat es sich eingebürgert und als zweckmäßig erwiesen, bei den einzelnen Sportarten verschiedene Trainingsformen zu unterscheiden: Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Flexibilität und Koordination. Kraft und Schnelligkeit könnten sicherlich beim Tanz des Älteren übergangen werden, sie haben hier keinerlei Bedeutung. Anders ist es dagegen mit dem Ausdauertraining. Es gibt einige Untersuchungen die sehen den Tanz als eine solche Möglichkeit, andere bezeichnen den Tanz mehr als Intervalltraining. Gebessert werden in jedem Fall Herz-, Kreislauf- und Lungensystem.

Von großer Bedeutung ist, dass die Flexibilität bei allen Tänzen und damit auch beim Tanzen Älterer sicher günstig beeinflusst wird. Die Wirbelsäulengelenke, Gelenke der Beine und Füße samt der dazugehörigen Muskulatur werden gelockert und gefestigt, Abnutzungserscheinungen des Knochen- und Bändersystems vorgebeugt, ähnlich auch beim Hals-, Nacken- und Schultergürtel. Von Bedeutung ist der Tanz auch für die Koordination. Sowohl beim Lernen neuer Übungsformen als auch bei der regelmäßigen Ausübung, wird neben der Beherrschung des Körpers auch der Geist angesprochen. Gute Aufmerksamkeit und Gedächtnis gehören dazu, wenn ein Tanz gelingen soll.

Eine wertvolle Beobachtung gibt es in der Literatur, der beim Vergleich eines Tanzes erst zu zweit oder in Gruppen, gegenüber einem Tanz, in dem jede Person allein den vorgegebenen Rhythmus sich anpasste, Aussagen machte. Es ist verständlich, dass bei einem Programm normaler Tänze, nicht abgestimmt auf die Leistungsfähigkeit alter Menschen, die sehr rasch in ein Bewegungsdefizit kommen, resignieren und nur zuschauen. Bei dem Tanz „allein“, ein jeder für sich, entsteht ein spontanes Bewegungsspiel aller, eine Gleichheit in der Gruppe mit unterschiedlichen Aktionen und Zeitfolgen trotz des vorgegebenen Rhythmus. So muss nicht immer in Paaren getanzt werden, was schon meistens aufgrund des Überhanges älterer Frauen nicht möglich ist, sondern ein Einzeltanz kann zwischen den Gemeinschaftstänzen ebenfalls sinnvoll sein.

Nicht vergessen werden darf der Einfluss der Musik und des Rhythmus, ohne die ein Tanz nicht denkbar ist. Ein hohes Maß von Lebensfreude kann durch Tanz und Musik erhalten bleiben, oder, wenn verloren, wiedergewonnen werden. Über seine Funktion im Gesellschaftsleben und damit für die im Alter so wichtige soziale Kommunikation hinaus ist der Tanz ein Mittel für alle Älteren, die sich ins hohe Alter frisch und leistungsfähig erhalten und dabei ihre Lebensqualität bewahren wollen.

Tanzen gegen Alzheimer

Tanzen ist Medizin. Walzer, Cha-Cha-Cha und Co halten Gehirn und Gelenke fit.

Eine Alterserscheinung, vor der sich viele Menschen fürchten, stellt das Abnehmen der geistigen Leistungsfähigkeit dar. Nicht jeder ist davon jedoch in gleichem Maße betroffen. Längsschnittstudien haben gezeigt, dass die geistige Leistungsfähigkeit im Alter erhalten bleibt und teilweise sogar eine Steigerung erfährt, wenn sie in jungen Jahren optimal entwickelt wurde, während des mittleren Lebensalters durch Beruf und Freizeit trainiert und herausgefordert wurde und wenn keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen. Ebenso fällt das Risiko, an Alzheimer oder anderen Formen von Demenz zu erkranken, bei Personen, die häufger "Denksport" betreiben, geringer aus.

Aber was hat das nun mit dem Tanzen zu tun? Wissenschafter des Albert Einstein College in New York untersuchten für eine Studie 468 Personen, die über 75 Jahre alt waren, über viele Jahre hinweg im Hinblick auf die von ihnen ausgeübten Feizeitaktivitäten und das Risiko, eine Hirnleistungsstörung zu entwickeln. Sie kamen zu folgendem Ergebnis: Wer häufig Schach, Karten oder ein Musikinstrument spielt, Kreuzworträtsel löst, liest oder oft tanzen geht, hat die besten Aussichten, im Alter geistig fit zu bleiben. Denn das Risiko, an irgendeiner Form von Demenz zu erkranken, war bei denjenigen untersuchten Personen, die sich in der beschriebenen Form betätigten, um bis zu 2 Drittel geringer.

Interessant an dem Ergebnis ist auch: Sportarten wie Jogging, Schwimmen oder Radfahren brachten in dieser Hinsicht weniger Nutzen als Tanzen. Die erforderliche Anstrengung der grauen Zellen beim harmonischen Gleiten übers Parkett dürfte dabei ganz offensichtlich den Ausschlag geben. Körperliche Aktivitäten allein stimulieren zwar den Stoffwechsel im Gehirn, können jedoch die Beeinträchtigung der Nervenzellen nicht verhindern. Tanzen hingegen wirkt vorbeugend gegen das Verarmen von Nervenzellen in der Großhirnrinde, die für das menschliche Gedächtnis, Denkvermögen und Sprache verantwortlich ist. Das Lernen von Schrittkombinationen und Figurenfolgen in rhythmischem Zusammenhang trainiert nicht nur das Gedächtnis intensiv; auch der Gleichgewichts- und Orientierungssinn sowie die Improvisations- und Anpassungsfähigkeit werden geschult.

Eine komplexe Betätigung wie Tanzen, die sowohl die Stimmung positiv beieinflusst als auch den Körper aktiviert, kann ausgedehnte Strukturen im Gehirn, die vorher lange Zeit brachgelegen sind, wiederbeleben. Durch das regelmäßige Auslösen derartiger Aktivitätsschübe beginnen sich Nervenzellen neu zu verschalten und das Gehirn wird wieder leistungsfähiger.